Autismusshirt

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Mittwoch, 2. Juli 2014

Probleme bei der Körperpflege

Meine fünfjährige Enkelin ist ein sehr hübsches, fröhliches Mädchen mit Lockenkopf.
Aber wenn es um Körperpflege geht, kann sie von einer Sekunde zur anderen zu einem kleinen Teufelchen werden.
-        Das Duschen ist nur möglich mit 2 Personen, von der eine mit unter die Dusche steigen, sich also vorher ausziehen und danach selber wieder abtrocknen und anziehen muss. Die Kleine ist sonst nicht zu bändigen. Sie läuft ständig aus der Dusche, rutscht wegen der nassen Füße und des Schaums auf dem Boden aus. Vor jedem Duschen muss der Badboden rutschfest ausgelegt werden.
-        Kämmen der Haare: Nur mit 2 Personen möglich: Der Lockenkopf läuft weg, windet sich auf dem Boden, greift mit den Händen in die Haare. Sie muss von einer Person fixiert und die Händchen müssen festgehalten werden, damit die andere kämmen kann.
-        Zähne putzen: Nachahmendes Lernen funktioniert nur bei Tätigkeiten, die die Kleine interessieren. Sie öffnet nicht freiwillig den Mund. 2 Personen sind nötig; eine muss sie zwischen den Beinen fixieren, den Kopf mit den Händen festhalten und gleichzeitig versuchen, ihr den Mund zu öffnen. Die andere muss versuchen, ihr die Zähne zu putzen.
-        Windeln wechseln: Oft nur mit 2 Personen möglich; denn wenn die Kleine nicht möchte, muss eine Person sie auf dem Boden oder auf dem Sofa festhalten und die andere die Windel öffnen. Danach heißt es, mit einer neuen Windel hinter der Kleinen herzulaufen, um sie zu überzeugen, sich diese anziehen zu lassen.
-        Fuß- und Fingernägel und Haare schneiden: Dazu sind 3 Personen nötig (2 zum Festhalten), weil es sonst zu Verletzungen mit der Schere käme. -        Die Kleine läuft am liebsten den ganzen Tag nur in Windeln herum. Deshalb ist das An- und Ausziehen meist ein Spießrutenlaufen: In der Regel nur mit 2 Personen möglich unter hohem Zeitaufwand. Hinterherrennen, Einreden auf das Kind, Locken mit Bildern oder Einkaufstasche, um zu erreichen, dass sie sich aufs Anziehen einlässt. Wenn alles nicht hilft und Termine eingehalten werden müssen, ist „Zwang“ nötig. Das Kind wehrt sich dann mit aller Kraft. Hat man es endlich geschafft, ihr den Body anzuziehen und greift nach dem nächsten Kleidungsstück, hat sie den Body schon wieder vom Körper gerissen. Dieser „Kampf“ kann bis zu 2 Stunden dauern. Vor wichtigen Terminen müssen 2 Stunden Zeit allein fürs Anziehen einkalkuliert werden, damit eine Chance besteht, rechtzeitig fertig zu werden.
Abends vor dem Zubettgehen muss genau so viel Zeit fürs Ausziehen und Anziehen (für die Nacht) eingeplant werden.
Es ist ein täglicher Kampf, die Kleine an die Anforderungen "zivilisierten" Aussehens gewöhnen zu wollen.

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