Autismusshirt

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Montag, 12. Januar 2015

Nächtlicher Stress

Hallo, liebe Leser!
Ich habe ein paar Tage gezögert, bis ich über dieses Thema zu schreiben bereit war. 
Meine Enkelin, die im Mai 6 Jahre alt wird, ist oft ab Mitternacht oder 1h nachts wach. Beim 1. Mal wacht sie pitschnass auf, weil selbst die vier Windeln, die sie abends übereinander ziehen möchte, nicht verhindern können, dass sie oft vom Kragen bis in die Socken voller Pipi ist. Das ist unabhängig davon, ob sie am Tag oder gegen Abend viel oder wenig getrunken hat. Sie trinkt aus unserer Sicht ohnehin recht wenig.
Dann heißt es abwaschen, neu wickeln und umziehen.
Soweit ist ja noch alles in Ordnung.
Aber danach wird es unerfreulich. Denn die Kleine schläft dann nicht mehr ein, sondern beschäftigt sich allein mit ihrem Ipad und isst und trinkt ein wenig in ihrem Zimmer. Doch bis zum Morgen muss man spätestens alle 1,5 Stunden nach ihr schauen, weil sie dann splitternackt durch ihr Zimmer läuft, da die nächste Windel total durchnässt war. 
Früher hat sie geschrien, wenn ihr die nasse Windel unangenehm wurde. 
Dazwischen, vor ca. 1,5 Jahren, zog sie ihre Windeln einfach aus Spaß wieder aus, weshalb wir keine andere Möglichkeit sahen, als sie mit Klebeband festzukleben. Das fand sie total lustig und hat es akzeptiert. Nachdem sie eine Weile später das Klebeband selber los bekam und die Windeln wieder anließ, war das Thema vorbei. 
Dann kam vor ein paar Wochen eine kurze Zeit, dass meine Enkelin durch lautes Tuten darauf aufmerksam machte, dass sie sich ausgezogen und von der nassen Windel befreit hatte. Dadurch konnte man sofort reagieren und vermeiden, dass das Kind lange nackt durchs Zimmer lief.  
Jetzt aber handelt sie selber, ohne sich jedoch bemerkbar zu machen. Deshalb ist dauernde Kontrolle angesagt, was bedeutet, dass nach Mitternacht alle 1,5 Stunden der Wecker klingelt, falls man überhaupt noch zum Schlafen kommt. Denn mit einem Ohr hört man doch aufs Babyphone. Unterließe man die rechtzeitige Kontrolle, würde die Kleine nach dem selbstständigen Ausziehen der Windeln Pipi ins Zimmer machen. Das Toilettentraining ist nämlich bisher trotz aller hartnäckigen Versuche zu Hause und im heilpädagogischen Kindergarten erfolglos geblieben.  
Wir können jedoch noch froh sein, dass meine Enkelin die Windeln anbehält, wenn Stuhl darin ist. Leider gibt es nicht wenige Autisten, die mit Kot alles beschmieren, was die Eltern zur Verzweiflung bringen. Doch da kann sie trotz ihrer Wahrnehmungsstörung unterscheiden. In dem Fall nämlich sagt sie "iii" und "bäh", wenn man ins Zimmer kommt und lässt sich die Windeln entfernen und den Popo säubern.
Trotz alledem ist es schon eine Belastung, wenn man die zweite Nachthälfte damit verbringt, ständig aufzustehen und ein nacktes Kind vorzufinden. 
Wir hoffen nur, dass es eine Phase ist, die auch mal wieder vorbei geht. Aber wer weiß, was dann kommt???.           

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