Autismusshirt

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Sonntag, 8. Februar 2015

Ausnahmezustand Krankheit

Liebe Leser,
wer kennt das nicht? Kleinkind im Haus, Mutter alleinerziehend und ohne Hilfe - und sie wird krank. 
Bei uns sah es jetzt etwas anders, aber nicht weniger problematisch aus. Meine Enkelin, fast 6, aber mit frühkindlichen Autismus und durch eine Erkältung ein wenig angeschlagen. Mama und Oma hatte es übler erwischt, so dass beide ins Bett gehörten. Aber keine weitere Hilfe war in Sicht. 
So mussten wir jeden Morgen auslosen, wer die Kleine soeben zum Kindergarten fahren konnte, weil diese sich noch nicht an den kostenlosen Fahrdienst gewöhnt hatte, der ihr als schwerbehindertes Kind zusteht. Nachmittags das gleiche Problem, dazwischen die nötigsten Einkäufe, obwohl diese schon die Kräfte überforderten. Am schlimmsten aber waren die Nächte, wenn die Kleine fast jede Stunde rief. Ihr frühkindlicher Autismus ist wohl Ursache dafür, dass Helena Marie schrecklich wenig Schlaf braucht.
Denn dieses Kind sorgte dafür, dass sie bei ihrer Erkältung das bekam, was sie brauchte. War sie platt, schlief sie entweder im Kindergarten oder musste sogar auch noch zwischendurch abgeholt werden. Dann legte sie sich zu Hause tagsüber hin und schlief sich wieder fit, so dass sie nachts putzmunter war.
Dann war uns nur noch zum Heulen zumute. Völlig schlapp ständig wieder aufstehen, die Kleine versorgen, kurz wieder hinlegen in der Erwartung, dass es sich kaum lohnt, zu versuchen, selber zu schlafen. Das ist hart, zumal man weiß, dass Ruhe und Schlaf die einzigen Möglichkeiten sind, selber schnell wieder auf die Beine zu kommen. 
Hinzu kommt, dass Kinder (und besonders autistische) nicht merken, dass es Mama und Oma schlecht geht. Kinder fordern (mit Recht) ihr Recht ein, versorgt und betreut zu werden, auch wenn es die Kraft der Erwachsenen übersteigt.
Wir sind so langsam auf dem Weg der Besserung.
Bis zum nächsten Mal. 
  

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