Autismusshirt

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Samstag, 21. Juni 2014

Wenn das Kind nur allein spielen möchte

Meine Enkelin hat seit einigen Wochen eine Duplo-Eisenbahn. Sobald sie morgens die Augen öffnet, möchte sie ihre Eisenbahn aufbauen und dann niemanden mehr in ihrem Zimmer haben. Zwischendurch kommt sie mal heraus gelaufen und möchte ein Gemüsegläschen essen. Dann aber zieht sie sich wieder zurück und wenn Mama in ihr Zimmer kommt, wird sie mit lauten Tönen, eindeutigen Gesten und kräftigem Schubsen aus dem Zimmer geschoben.
Wenn die Kleine das Spielen unterbrechen soll, weil ein Therapietermin ansteht und sie dafür fertig gemacht werden muss, beginnt ein großer Kampf. Sie schreit und wehrt sich nach Leibeskräften und ist mit nichts zu bewegen, den Anordnungen Folge zu leisten. Es gibt auch nichts, was wir ihr in Aussicht stellen können, um sie zu motivieren, das Haus zu verlassen.
Würden wir der Kleinen morgens versuchen, die Eisenbahn zu verweigern, um ihr zu verdeutlichen, dass nach dem Termin die Eisenbahn lockt, wäre die Hölle los. Sie ließe sich vor lauter Schreien und Toben nicht sagen bzw. durch Bildkarten erklären, dass wir erst aus dem Haus gehen müssen und sie danach mit der Eisenbahn spielen kann.
Haben wir es einmal geschafft, sie frisch gewickelt und angezogen aus dem Haus zu bekommen, machen ihr die Therapien, die Besuche bei Familien mit Kindern oder die Ausflüge durchaus Spaß. Aber nichts davon motiviert sie so, dass sie sich beim nächsten Mal dafür freiwillig aus ihrem Zimmer locken ließe, wo sie am liebsten allein spielt - unterbrochen durch ein wenig Essen und gelegentliche Kitzel-  und Kuscheleinheiten, die sie sich von Mama einfordert. 

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