Autismusshirt

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Montag, 12. Mai 2014

Freunde und Bekannte von Familien mit autistischen Kindern

Wie ändert sich der Freundes- und Bekanntenkreis von Familien, die ein autistisches Kind haben?
Ich erzähle mal aus eigener Erfahrung - vielleicht können sich andere darin wiederfinden.
Meine Tochter hat ihre damals beste Freundin als Taufpatin für ihr Töchterchen gewählt. Als nach knapp zwei Jahren deutlich wurde, dass die Kleine "anders" war, merkte man schon, dass die Freundin bei Besuchen kein Interesse zeigte, sich auch nur kurz mit dem Kind zu beschäftigen. Nach der Diagnose wurden die Besuche seltener und zum Geburtstag des Kindes wurde ein Päckchen geschickt. Doch in dem Moment zeigte sich, dass die Patin nichts verstehen wollte oder konnte. Ihr wurde klar gesagt, dass ihr Patenkind weder ein Bilderbuch ansehen würde noch Sprache versteht, sich aber an Musik erfreut. Doch was schickte sie? Bilderbücher, Vorlesebücher und Vorlese-CD´s. Warum nicht einmal eine CD mit Kinderliedern?
Meine Tochter war fassungslos angesichts solcher Ignoranz. Inzwischen herrscht Funkstille.
Dafür jedoch gibt es auf der anderen Seite inzwischen eine Reihe neuer Bekannte und Freunde, die sich echt für die Kleine (inzwischen fünf Jahre alt) und das Phänomen "Autismus" interessieren, die sich vor einem Besuch lange Gedanken machen, was sie ihr Sinnvolles mitbringen können. Sie nehmen sie so, wie sie ist und erfreuen sich an ihrem frohen Lachen.
Auch ich als Großmutter, die als zweite Bezugsperson der Kleinen im Freundes- und Bekanntenkreis fast nur noch vom Enkelkind erzählt, habe einige frühere Kontakte verloren, dafür aber erstaunlich mehr echte dazu gewonnen. Denn wer mein Enkelkind und mein Engagement für dieses nicht akzeptiert, kann mir gestohlen bleiben. Jetzt habe ich zwar viel weniger Zeit, mich mit Freunden zu treffen, kann mich dafür aber telefonisch umso intensiver mit ganz vielen austauschen, zu denen die Beziehung viel enger geworden ist, weil sie zuhören und mitfühlen.

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