Autismusshirt

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Samstag, 24. Mai 2014

Tiergestützte Therapie

Reittherapie ist bei autistischen Kindern durchaus verbreitet und viele finden Gefallen daran. Pferde waren auch die Lebewesen, die unsere Kleine als erstes als solche und nicht nur als Gegenstände wahrgenommen hat. Das war bei unseren Katzen, die sie viel öfter sah, durchaus nicht der Fall. Eines Tages stand einer unserer Kater ihr auf der Terrasse im Weg. Kurzerhand griff die gerade Dreijährige diesen mit beiden Händen ins Fell, hob ihn an und stellte ihn einen Meter weiter wieder ab. Ein Glück, dass es gerade unser friedvollster Kater war, der nicht mit Kratzen und Beißen darauf reagierte.
Kurz davor hatte ihr jemand einen Hundewelpen auf den Schoß gesetzt. Das Kind hat nicht reagiert; sie konnte mit dem süßen Tierchen nichts anfangen.
Doch bei den riesigen Pferden zeigte sie von klein an keinerlei Berührungsängste. Sie streichelte den Kopf, ließ sich beschnuppern und sogar draufsetzen.
Da Pferde nicht ständig zur Verfügung stehen und auch nicht in Familien und Einrichtungen integriert werden können, sind es die Hunde, die allseits bekannt sind als Helfer für Behinderte.
Auch wir haben vor, in dem Verein, den wir dabei sind zu gründen, Hunde und autistische Kinder zusammen zu führen. In anderen Ländern ist das schon viel weiter verbreitet.
Frei zitiert: "Hunde sind in der Lage, in die Welt autistischer Menschen einzutreten, während Menschen nicht einmal die Chance bekommen, an die Tür zu klopfen."
Autisten sind Menschen, die sich und die Welt auf eine andere Weise wahrnehmen als die neurotypischen. Sie spüren, denken, fühlen und kommunizieren auf anderen Kanälen und empfangen auf anderen Antennen. Daher jedoch können sie einen viel direkteren Zugang zu Tieren finden. Denn beim Kontakt  zwischen Autisten und Tieren stört nicht das Fehlen menschlicher Sprache, weil es viel mehr Formen der Verständigung gibt, die von außen nicht greifbar sind, das Gegenüber jedoch unmittelbar erreichen.
Hunde können leicht das Vertrauen von Autisten gewinnen und ihre großen Defizite im Bereich der Sozialkompetenzen verringern.
Ich nenne ein Beispiel: Zieht ein autistisches Kind ein anderes kräftig an den Haaren, so lacht es nur, wenn dieses vor Schmerz aufschreit. Der Autist kann durch seine fehlende Empathie eine schmerzverzerrte Mimik und das Wort „Aua“ nicht angemessen einordnen. Ein für autistische Kinder ausgebildeter Hund, dem das Kind jedoch zu fest am Schwanz zieht, würde durch ein leichtes Zwicken unmissverständlich klarmachen, dass es zu weit gegangen ist. Diese „Sprache“ könnte das Kind unmittelbar verstehen.

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