Autismusshirt

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Samstag, 24. Mai 2014

Wenn die Kommunikation nicht klappt

Wer kennt das nicht, dass man bei manchen Menschen das Gefühl hat, gegen eine Wand zu reden? Sie scheinen einfach nicht zu verstehen, was man meint.
Wer sich mit Asperger-Autisten auskennt, weiß, wie schwer die Kommunikation mit diesen sein kann (nicht zwingend muss). Sie legen oft jedes Wort auf die Goldwaage, verstehen keine Ironie, keinen Wink mit dem Zaunpfahl, nehmen alles wortwörtlich, missverstehen also auch den Sinn von Redewendungen. 


Was aber ist mit Kanner-Autisten, die gar nicht sprechen und kein Sprachverständnis haben, so dass sie auch das Gegenüber nicht verstehen? Dann wird es richtig schwierig. Natürlich gibt es Möglichkeiten non-verbaler Kommunikation. Doch meist ist es bei frühkindlichen Autisten schon schwer oder dauert sehr lange , dass diese Kinder auf etwas zeigen oder dem Finger der Eltern folgen, die ihnen etwas zeigen wollen. Manche dieser Kinder ergreifen irgendwann auch die Hand der Erwachsenen und ziehen sie dorthin, wo diese Hand etwas ausführen soll.
Der Übergang zur Arbeit mit Bildkärtchen ist schon ein großer Schritt. Denn dazu sind viele Verständnisschritte seitens des Kindes zu bewältigen. Es muss die Symbole verstehen, lernen, auf die Bildkarte zu zeigen oder sie dem Erwachsenen zu bringen, wenn es Entsprechendes möchte. Der Erwachsene wird dabei diese Aufforderung mit Sprache unterstützen, indem er z.B. sagt: "Du möchtest einen Apfel?"
Im günstigen Fall wird das Kind auf diese Weise eines Tages das Sprechen lernen, wobei ca. 50% der Kanner-Autisten leider ein Leben lang non-verbal kommunizieren.


Der umgekehrte Weg, dass ein Kind mittels der Bildkarten "erzogen" werden oder ihm etwas mitgeteilt werden soll, was zu tun ist, wird oft mühsamer. Da geht es um Verbote oder um Handlungsabläufe oder Zeitspannen.
Wenn das Kind z.B. die Kaffeemaschine anstellen möchte, so wären für ein Verbot gleich zwei Symbolkarten nötig: "Kaffeemaschine" und "nein". Diese Verknüpfung ist viel schwerer, zumal das Symbol für "Kaffeemaschine" eindeutig, das für "nein" als solches schon schwierig ist.
Geht es z.B. um das Fertigmachen zum Einkaufen und das Kind will sich nicht anziehen, so sind etliche Bildkarten erforderlich. z.B. "anziehen" (sehr abstrakt), "Einkaufstasche" oder "Geld", "Auto" oder "Buggy", "Einkaufswagen" oder "Kasse" oder weitere Kombinationen. Statt des abstrakten Symboles "anziehen" könnte man "Body", Pullover", Strumpfhose", Hose, Schuhe", Jacke" nehmen, was zeigt, wie aufwändig das Ganze ist.
Geht es beispielsweise um die Uhrzeit, wann ein Familienmitglied nach Hause kommt, so ist das auch schwer erklärbar. Einem kleinen Kind, das Sprache langsam versteht, kann man sagen: "Wenn der Zeiger der Uhr da und da steht, kommt der Papa nach Hause". Das allein mit Bildkarten einem autistischen Kind, das eventuell über einen nicht sehr hohen IQ verfügt, verständlich zu machen, grenzt schon an hohe Kunst.


Das ist erst der erste Schritt, um zu versuchen, autistische Kinder gegebenenfalls ans Sprechen zu bringen. Sollte das wirklich gelingen, dass hierbei schon viele Begriffe und Zweiwortsätze erlernt werden, können weitere Maßnahmen und Hilfsmittel zu großen Erfolgen führen.
 
 

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